© SV Turbine Bergen e.V. SV Turbine Bergen e.V. Historie Chronik anlässlich des 100 - jährigen Jubiläums 2011 ...Konfliktlos ging es natürlich nicht. Es ist noch bekannt, dass Hans Braun nicht  mehr spielen durfte, weil die heute noch zu sehende Fichtenhecke von sechs  Arbeitern der PGH Weischlitz gepflanzt worden war, während die Gärtnerei von  Herrmann Henkel dabei wohl übergangen wurde.   Als die Frage des Rasens zu klären war, muss Spfr. Schupfner ausgerufen haben: „Es kommt nur eines in Frage: englischer Rasen!“ Und das wurde auch durchgesetzt. Als jedoch die Saat aufging, schimmerte alles weiß. Beim genaueren Hinsehen musste man feststellen, dass aus dem Mutterboden Weißklee spross. Es wurde nicht nachgesät, das wäre auch nicht sinnvoll gewesen, sondern es wurde anfangs von Bauer Viol aus Trieb mit einem alten Mähgerät mit vorgespannten Kühen gemäht. Der soll kein Geld für die viele Arbeit genommen, sondern nur gemeint haben: „Schönes Futter“. Später wurde von Siegfried Hüttner und Rolf Reiher ein Mähgerät mit einem Fichtel&Sachs-Motor beschafft. Und Sportfreund Hüttner sagte, was am Ende aus all dem entstand: „der beste Platz weit und breit, viele Jahre lang, durch die BSG-Gelder und den Platzwart Haschke möglich gemacht.“ Dieser Platzwart, der sich um des Platzes willen in einer ständigen Auseinandersetzung mit der Dorfjugend befand und wahrscheinlich jeden Halm auf dem Platz kannte, müsste eigentlich in einem gesonderten Kapitel gewürdigt werden. Auch auf den Wege- und Brückenbau soll wenigstens hingewiesen werden. Der  alte Sportplatz hatte ja keinen direkten Zugang, und sowohl der Weg von der  B169 direkt zum Sportheim als auch der längere Weg längs des Stadions mussten  gebaut werden. Die Brücke an der heutigen DISKA war wegen einer notwendigen  Umleitung und der übermäßigen Belastung defekt geworden, und man muss auch  in Betracht ziehen, dass die Bachbegradigung nach dem Hochwasser in den 50-  ern einen Brückenneubau erforderlich machte. Der Weg durfte erst nicht  befahren werden, es gab Schwierigkeiten mit der Straßenmeisterei Plauen, und  ein Holz-Poller wurde gesetzt.   Den Asphalt verdanken wir der Tatsache, dass in Bergen eine Zeitlang viel für den Eisschnellauf getan wurde. Unter der Trainingstätigkeit von Traudel Sindzinzki und Rolf Popp wurden viele Medaillen von Bergener Kindern errungen, und der Asphalt wurde nur genehmigt, um letztlich eine Strecke zu erhalten, auf der mit Rollschuhen trainiert werden konnte. Vor allem den älteren Sportfreunden sollte noch bekannt sein, dass die Sportvereinigung Bergen auch eine erfolgreiche Sektion Wintersport in ihren Reihen hatte. Zur gleichen Zeit wie die Turbine-Kampfbahn entstand auch in der Nähe der Alten Bahnbrücke die Bergener Sprungschanze, auf der einige Jahre lang Wettkämpfe durchgeführt wurden, erzählte uns Bernd Windisch, der beim Bau dabei war. Im Rahmen der Turbine-Wintersportmeisterschaften bestritten Sportfreunde wie Armin Petzoldt, Harry Tunger, Eberhard Thiele, Wolfgang Weller, Klaus Buckel u.a. erfolgreich Wettkämpfe auf dieser Ebene.                                  Platzwart Alfred Haschke Die Einweihung der Turbine-Kampfbahn vom 20.-28. August 1955  Die Einweihung mit einer speziellen Festwoche gestaltete sich zu einem  nächsten Höhepunkt für die gesamte Gemeinde und besonders den Verein. Wenn man nach 55 Jahren das Programm für die Festwoche bestaunt, wird klar, welch  umfassende und vielfältige Vereinstätigkeit bei der Vorbereitung und  Durchführung geleistet wurde. Ein weiteres Mal treten auch die Vorzüge der engen Zusammenarbeit zwischen Trägerbetrieben und dem Sportverein zutage. Kulturelle Umrahmung und Vielfalt der sportlichen Aktivitäten sind beeindruckend: P R O G R A M M Sonnabend, 20. August 20.00 Uhr   im Gasthof Patz Sportwerbeabend unter Mitwirkung der Sportwerbegruppen des Kreises und der                   Bekleidungswerke Bergen sowie der Betriebschöre der                   Bekleidungswerke Bergen und der Energieversorgung Sonntag, 21. August 09.00 Uhr Leichtathletische Kämpfe Wettkampfleitung: Sportfreund Karl Heymann 13.00 Uhr Einmarsch der Sportler unter den Klängen der Schalmeienkapelle der „Falgard“ 13.30 Uhr Weihe der Kampfbahn 15.00 Uhr Fußballspiel BSG Aufbau Theuma gegen BSG Turbine Bergen 17.00 Uhr Fußballgroßkampf SC Turbine Erfurt gegen BSG Wismut Plauen 19.00 Uhr Tanzveranstaltungen im Kulturhaus und Sportheim Dienstag, 23. August 19.00 Uhr Tischtennis-Turnier unter Beteiligung der Oberliga-Mannschaft Einheit Auerbach im Sportheim Mittwoch, 24. August 17.30 Uhr Fußballspiel Bezirksjugendmeister Empor Nord Plauen gegen Auswahl der                   Staffelmeister des Kreises Auerbach SG Rebesgrün und BSG Turbine                   Bergen Donnerstag, 25. August 17.30 Uhr Fußballspiel BSG Turbine Bergen II gegen BSG Aufbau Theuma II Sonnabend, 27. August 14.00 Uhr Betriebssportfest VEB Bekleidungswerke Bergen und VEB Energieversorgung Karl-Marx-                   Stadt,Netzbetrieb Plauen 17.00 Uhr Damen-Handballspiel Bezirksauswahl der SV Turbine Leipzig gegen Empor Plauen-Nord 20.00 Uhr Schwerathletikwettkämpfe (Gewichtheben und Boxschaukämpfe) zwischen Auswahl der SV                   Turbine und BSG Empor Wernesgrün Es nehmen u.a. 3 DDR-Meister teil. Ort: Gasthof Patz Sonntag, 28. August 13.30 Uhr Jugendspiel 15.00 Uhr Männer-Handballspiel Bezirksauswahl der SV Turbine Leipzig gegen Kreisauswahl Auerbach 17.00 Uhr Fußballspiel Bezirksauswahl der SV Turbine Halle-Leipzig gegen BSG Turbine                   Bergen und BSG Aufbau Theuma (kombiniert) 19.00 Uhr Tanz im Sportheim Im Buch des Spielausschusses wird unter dem Datum vom 31.8.1955 ein Fazit  gezogen: „Die Kampfbahnweihe liegt hinter uns. Leider konnten wir bei den ausgetragenen Spielen keinen Sieg erringen. Die Mannschaften spielten weit unter ihrer Form, was wohl in erster Linie auf das lange Pausieren zurückzuführen ist. Vor allem das Spiel der 1. Mannschaft gegen Theuma war eines der schlechtesten und ging 1:5 verloren. Thoß schoss den Ehrentreffer. Im nachfolgenden Spiel Wismut Plauen gegen Turbine Erfurt siegte Plauen verdient mit 4:1. Leider hat Erfurt sehr enttäuscht, weil sie nur mit einer Reservemannschaft antraten. Es war für die über 4000 anwesenden Zuschauer eine große Enttäuschung. Das beste Spiel der Sportwoche zeigte ohne Zweifel am Mittwoch die Jugend von Bergen-Rebesgrün gegen den Bezirksmeister Empor Plauen Nord. Trotz der 3:6-Niederlage waren alle Zuschauer restlos begeistert. Am Donnerstag trug die Reserve ein Freundschaftsspiel gegen Theuma (Reserve) aus. Nach einer 3:1-Halbzeitführung ging das Spiel noch 4:5 verloren. Die Sportwoche klang aus mit dem Spiel Bergen/Theuma kombiniert gegen Turbine Halle/Leipzig. Trotz ständiger Überlegenheit kamen wir umeine 0:2-Niederlage nicht herum. Der Sturm lieferte vor allem eine schwache Partie. Neben den Fußballkämpfen fanden noch eine Anzahl anderer Sportarten statt. Z.B. Männer- und Frauenhandball, Tischtennis, Leicht-und Schwerathletik. Man kann die Sportwoche wohl als gelungen ansehen und als einen Erfolg verbuchen.“Der Eintrag ist nicht unterschrieben, die Handschrift weist allerdings auf Sportfreund Reiher hin.                       Kampfbahnweihe - Einlauf der Sportlerinnen 46 Jahre in der Kreisklasse  Nach neun hart umkämpften Jahren in der Bezirksklasse gelang es 1961/62 nicht mehr, die Nichtabstiegsränge zu erreichen. Der Abstieg in die Kreisklasse war unvermeidlich, man musste sich neu ordnen und, wenn die Voraussetzungen dafür stimmen, den Wieder-aufstieg planen. Die Umstände, die zum Abstieg führten, sind nicht mehr hinreichend aufzuklären. Zumindest im Rahmen der Erstellung dieser Festschrift war es nicht möglich, entsprechende aussagekräftige Dokumente einzusehen, die den Hergang zeigen. Es ist aber ersichtlich, dass es im Verein Probleme gab, die nicht nur auf rein sportlicher Ebene diskutiert werden können. Fragen, die einer Klärung bedürften, wären: Hat der Verein damals der Jugendarbeit die richtige Wertschätzung angedeihen lassen? War es möglich, aus eigenen Reihen die Mannschaft zu „verjüngen“, um das Niveau zu halten? Gab es Diskrepanzen innerhalb des Vereins, die den sportlichen Abstieg begünstigten? Stimmten die Rahmenbedingungen für die Bezirksklasse in dieser Zeit? Als interessanter Fakt ist belegt, dass unser Verein schon am 12.2.1958 bei einer entsprechenden Zusammenkunft im Gasthof Schneider sich mit der SV Trieb einig war, künftig zu beiderseitigem Nutzen zusammenzuarbeiten. Die Fusion der Vereine wurde vollzogen. So waren eigentlich günstige Rahmenbedingungen geschaffen worden, in beiden Orten die Kräfte zu bündeln und weiter voranzukommen. Mit Sicherheit ist dieser Zusammenschluss positiv zu werten, unter der Voraussetzung, dass der gegenseitige Vorteil für beide Orte weithin sichtbar und allgemein akzeptiert wird. Dass dem damals nicht so war, wird klar bei einer Einsicht in die vorhandenen Akten. Es muss vollkommen unverständlicherweise in beiden Gemeinden Druck auf die Spieler ausgeübt worden sein, die alten Verhältnisse wieder herzustellen. Es wurde also gegen diese für die beiden Vereine vorteilhafte Zusammenarbeit intrigiert, wobei diese Verfechter eines ungesunden „Lokalpatriotismus“ ohne aufklärbare logische Gründe viel Schaden anrichteten. Was zu dieser Stimmung führte, ist heute kaum in nachweisbare Fakten aufzulösen. Spekulationen sollen an dieser Stelle unterbleiben. Augenzeugen berichten, dass über die Generationen hinweg auf die Spieler enormer Druck ausgeübt wurde, dass – wenn man dem Glauben schenken möchte gar mit Enterbung gedroht wurde. Dies sei nur als Kuriosum am Rande erwähnt.                                        Die 1. Mannschaft 1963 Kreismeister und Pokalsieger 1991 / 1992 - wieder auf der  Erfolgsbahn In der Saison 1991 /1992 begann sich für Bergen das Blatt wieder zu wenden. Mannschaftsleiter Wolfgang Weller äußerte sich folgendermaßen in der Presse: „“Nach 30jähriger Abwesenheit aus der Bezirksklasse hat die Mannschaft heuer das spielerische Vermögen, um den Aufstieg ins Auge zu fassen. Unser Spiel stützt sich auf eine stabile Abwehr, geführt von Torwart Steffen Neumann und Libero Frank Kleber. Mit den Neuzugängen Andreas Neugebauer und Christoph Seidel läuft jetzt der Ball sicherer in unseren Reihen. Und vorne erwies sich Torjäger Gerd Weller mit 18 Treffern als Mann mit Torinstinkt.“ Die Mannschaft trainiere in der Woche zweimal und habe den Titel im Visier. Stärkster Rivale war der SV Grünbach. Mit dem 1: 0 gegen den VfB Auerbach wurde der zweite Rang erkämpft, nach dem deutlichen 5:1-Sieg gegen Wildenau kletterte die Turbine-Mannschaft auf den Spitzenrang. Das entscheidende Spiel fand Ostern 1992 gegen Kottengrün statt. Bergen wurde als Spitzenreiter von einer starken Kottengrüner Mannschaft gefordert. Trotzdem konnte Bergen sich spielerische Vorteile erkämpfen. Nach der Pause stand es noch 0:0, woran der Kottengrüner Tormann Müller großen Anteil hatte. In der zweiten Halbzeit konnte Bergen den Druck erhöhen, und Thomas Völker erzielte mit einem scharfen Distanzschuss die Führung und machte damit den Titel perfekt. Anfang Mai konnte die Saison dann sogar noch mit dem Doppel gekrönt werden. Das Halbfinale hatte man gegen Werda mit einem 7:2 dominiert. Das Finale gegen Grünbach war jedoch keineswegs ein Selbstläufer. In der 16. Minute ging Bergen durch eine Direktabnahme von Gerd Weller nach Vorarbeit von Andreas Neugebauer in Führung. In der Folge rettete Torhüter Neumann mehrfach die Führung. Nach einem Foulelfmeter gegen Bergen glich Grünbach jedoch aus, und es kam zur Verlängerung und zum Elfmeterschießen, das Bergen mit Treffern von Gerd Weller, Henning Völkel, Jens Kölbel und Steffen Neumann für sich entschied. Damit hatte man das Doppel geschafft und Maßstäbe für die Zukunft gesetzt. Vom Beinahe - Abstieg in die Kreisliga C bis zum Wiederaufstieg in  die Bezirksklasse In der Saison 1998/99 drohte dann auch der Turbine der Abstieg in die Kreisliga  C. Vor dem letzten Spiel der Rückrunde befanden wir uns auf einem  Abstiegsplatz, retteten uns aber mit dem letzten Spiel gegen Neustadt und  einem hohen Sieg gerade noch in den Klassenerhalt.   Neu war die Tatsache, dass aufgrund der Nähe zur Tschechischen Republik mittlerweile tschechische Spieler mit auf dem Platz standen. In dieser Phase waren es vor allem unser Torwart „Hans“, der glänzend manchen Punkt festhielt,   Panajatov und Jiri Jahrov, und schließlich Lubos Kornatovsky, der dem Verein über viele Jahre treu blieb und einen großen Anteil an den späteren Erfolgen hatte. 2000 erfolgte dann auch sofort der ersehnte Aufstieg in die Kreisliga A, jedoch nur, um ein Jahr später wieder abzusteigen. Trotzdem ging vom Jahr 2000 an die Erfolgskurve wieder nach oben. Der Verein wurde zu einem nicht wegzudenkenden Bestandteil der Kreisliga A und stabilisierte sich sportlich immer mehr. Die Altersstruktur war gesund, der Nachwuchsarbeit wurde sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet. Es waren vor allem Karl-Fried und Matthias Geigenmüller, Frithjof Steiner, Achim und Frank Tunger, Reinhard Schubert, Wolfgang Zimmer, Robby Zenker und Frank Schenker, die als Trainer und Mannschaftsleiter äußerst erfolgreiche Jugendmannschaften trainierten, die versprachen, ein sicherer Garant für künftige Erfolge auf eigentlich allen Positionen zu werden. Dabei wurde ersichtlich, dass neben den sportlichen Erfolgen auch stets Kameradschaft, Freundschaft, Einsatzbereitschaft, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und gesunder Ehrgeiz gefördert wurden. Die Spieler kamen aus Trieb, Schönau, Oberlauterbach, Plauen, und die Vorteile einer solchen Zusammenarbeit traten deutlich zutage. Fußball wurde zu einer Angelegenheit für die gesamten Familien dieser Jugendmannschaften. Es gab einen idealen Rückhalt für Trainer und Mannschaftsleiter, Fahr- und Mitfahrgelegenheiten ohne finanzielle Zuwendung waren auch bei längeren Fahrten ins Mittlere Erzgebirge Ehrensache. Man traf sich zu gemeinsamen Feiern, bei sportlichen Höhepunkten gab es für ein Jugendspiel hohe Zuschauerzahlen. Andererseits fand jeder Aktive im Verein Partner, auch bei persönlichen Problemen. Einen guten Einblick in die Jugendarbeit gibt die von Thomas Reinwarth von der D-Jugend (Großfeld) bis zum Übergang in den Männerbereich akribisch geführte Chronik, in der Genaueres von jedem Interessierten nachzulesen ist. An dieser Stelle seien einige Erfolge dieser Jugendmannschaften einfach aufgelistet: 1999/2000 Staffelsieger in der C-Jugend und Kreismeister Staffelsieger D-Jugend  2000/2001 Staffelsieger in der B-Jugend 2001/2002 Staffelsieger in der B-Jugend, Kreismeister, Pokalsieg,                  Aufstieg in die Bezirksklasse 2002/2003 Kreismeister in der A-Jugend, Pokalsieg,         Aufstieg in die Bezirksklasse 2009/2010 Kreismeister der A-Jugend In dieser Zeit sind auch die Anfänge für die Damenmannschaft zu suchen. Der  Verein sah sich schon immer auch als ein Domizil für den Damensport. So  existierte zwischen 1955 und 1958 eine erfolgreich spielende Damen-Handball-  mannschaft. Nun zeigte sich mit der Gründung der Damenfußballmannschaft  2004 wiederum der damit verbundene Zuwachs an Profil und Vielfalt. Spiele  „Oberdorf gegen Unterdorf“ der Damen sind sicherlich noch in guter Erinnerung,  und die Jugendspieler hatten bestimmt ein tolles Erlebnis, gegen die eigenen  Eltern auf dem Platz zu stehen. Diese Gemeinsamkeit im Verein weiter zu  pflegen, sollte ein wichtiges Anliegen bleiben. Vorläufiger Höhe-  punkt für unsere Damen-mannschaft war mit Sicher-heit der erreichte Staffelsieg in der Saison 2008/09. Mit dem Übergang vieler Jugendspieler in den Männerbereich ergab sich auch in der 1. Mannschaft eine gesunde Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Leistungsträgern. Diese Strategie zahlte sich aus. Wenn in der Saison 2003/04 noch um den Klassenerhalt gekämpft werden musste, am Ende ein 8. Tabellenplatz herauskam, brachte die nachfolgende Spielzeit bereits den zweiten Tabellenrang und den Kreispokal. Im Endspiel wurde Lengenfeld in einer spielerisch und kämpferisch überzeugenden Partie unter Trainer Matthias Geigenmüller in die Knie gezwungen, und es ab eine legendäre Feier im Gasthof „Edelweiß“. 2005/06 war es der fünfte Tabellenplatz, wobei der Mannschaft wegen fehlender Schiedsrichter im Verein Punkte abgezogen worden waren, was die sportliche Leistung auf dem Platz etwas verfälschte. Auch das gesellschaftliche Leben im Verein war auf einem Niveau angelangt, das den Zusammenhalt der Vereins-mitglieder weiter förderte. Neben vielen anderen hat sich Vereinspräsident Gunter Heinrich da verdient gemacht. Nur weil auch im nächsten Jahr die Schiedsrichterfrage noch nicht geklärt war, konnte die Erste Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksklasse nicht schon 2007 mit Trainer Geigenmüller feiern, denn der erneute Punkteabzug verwies uns trotz überzeugender sportlicher Saisonleistung auf Platz 2. Vereinspräsident Heinrich trat zurück, Gunter Reiher übernahm das Amt und vertiefte seine uneigennützige Sponsorentätigkeit zum Wohle des Vereins. Das gab dem Verein einen gewissen Handlungsspielraum, denn der Hauptsponsor envia“ hatte 2002 seine Unterstützung mittlerweile völlig aufgegeben, und die entsprechenden finanziellen Lücken machten sich unangenehm bemerkbar. Da Matthias Geigenmüller als Trainer der 1. Mannschaft aus persönlichen  Gründen zurücktreten musste, sprang Peter Wolfram für ihn ein und begann das  Begonnene fortzusetzen. Da er dabei sowohl im Training als auch bei der  Organisation des Spielbetriebs andere, für Bergen auch neue Wege beschritt,  hatte er es anfangs gar nicht leicht, sich zu etablieren. Doch der Erfolg gab ihm  letztlich Recht: Er schaffte 2008 mit Bergen im ersten Anlauf die Wieder-holung  der Vorjahresleistung und den Aufstieg in die Bezirksklasse. In diese Phase der Vereins-entwicklung gehört auch der Umbau des Sportheims unter der Federführung von Heinz Büttner. Unter Ausnutzung aller möglichen Förderquellen schaffte der Verein es unter seiner Initiative und Verantwortlichkeit, aus dem baufällig gewordenen Gebäude ein modernes Sportheim zu schaffen mit Duschräumen, Geschäftszimmer und einer Gaststätte, die schon deshalb dringend erforderlich war, weil Peter und Sabine Karnahl als Wirtsehepaar in Rente gingen und die Gaststätte so verwaiste. Das Ferienheim im Obergeschoss war lange nicht mehr genutzt worden und in einem schlimmen Zustand. Ein völlig neues Konzept für das Sportheim wurde gefunden und baulich umgesetzt. Viele Arbeitsstunden wurden von den Vereinsmitgliedern dazu geleistet, und auch das kann als gute Tradition in unserem Verein vom Beginn Anfang des 20. Jahrhunderts an angesehen werden. Als alles fertiggestellt war, übernahmen Karin und Wolfgang Fock die Bewirtschaftung. Letzterer stand auch noch mit 63 Lebensjahren als Torwart für die Zweite Mannschaft zur Verfügung und fing manchen Ball für sein Team. Es sei unbedingt erwähnt, dass dieser Prozess der Modernisierung ständig weiter voranschreitet. Der Bolzplatz entstand, das alte Kassenhäuschen wurde renoviert, ein neues aus Holz zur Verfügung gestellt, die Schranke errichtet, die Be-wässerung des Spielfeldes wurde wieder möglich, Arnfried Kropf aus Oberlauterbach kümmerte sich um den Rasen. Damit existieren im Verein gute Rahmenbedingungen für sportliche Erfolge. Matthias Geigenmüller wird als Trainer verabschiedet                                           Heinz Büttner, Landrat Dr. Lenk und Günter                                           Ackermann bei der Besichtigung des gemeinsam                                           Geschaffenen Aufstiegsspiel und Aufstiegsfeier am 8. Juni 2008  Anfang Juni 2008 war der Titelgewinn nach so vielen Jahren in greifbare Nähe  gerückt. Es gab ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem zweiten Aufstiegsanwärter  Irfersgrün. Und es war denkbar knapp. Bergen musste am 8. Juni gegen den  Bezirksklasseabsteiger Reumtengrün gewinnen, falls Irfersgrün am gleichen Tage  gegen den FSV Treuen die 3 Punkte holen würde. So sah die Tabelle der Kreisliga A aus: Bergen 25 60:23 52 2 Irfersgrün 25 54:28 52 Treuen 25 62:32 42 Reichenb. FC II 25 55:36 41 Lengenfeld 25 43:33 39 Reumtengrün 25 51:50 37 7 Coschütz 25 46:53 35 Rodewisch 25 35:39 32 Grünbach 25 25:33 28 10 Netzschkau 25 31:48 26 11 Reuth 25 26:45 25 12 Dorfstadt 25 23:38 24 13 Neumark 24 35:59 20 14 Rempesgrün 24 32:61 18 Die Mannschaft stellte Nervenstärke und kämpferische Entschlossenheit unter Beweis. Irfersgrün verlor zwar gleichzeitig gegen Treuen mit 1:2, aber Bergen erwies sich an diesem Tag auch ohne diese „Schützenhilfe“ als würdiger Aufsteiger. Das umkämpfte Spiel endete nach Toren von Reinwarth (24.), Kornatovsky (64.) und Bennewitz (87.) 3:0, und der Wiederaufstieg nach 46 Jahren war perfekt. Im Kader waren an diesem Tage: Steffen Wunderlich, Jens Kölbel, Lubos Kornatovsky, Milan Dobes, Tobias Frank, Lars Raupach, Jerome Bennewitz, Benjamin Taubald, Sebastian Höfer, Markus Götz, Michael Freidinger, Bastian Reinwarth, Rene Kropf, Sascha Kertzscher und Rene Tunger. Daniel Kliegel hatte zwar an diesem Tag nicht gespielt, wurde aber wegen seiner Verdienste am Titelgewinn wie alle anderen gefeiert.  Nach dem Spiel überreichte Peter Huy den Pokal an Mannschaftskapitän Steffen Wunderlich, es folgte die übliche Sekt- und Bierdusche, die Aufstiegstrikots wurden verteilt, dann ging es per Traktor im Triumphzug durch ganz Bergen und Trieb. Es folgte die Aufstiegsfeier bis in die späten Abendstunden.Gefeiert wurde nicht nur der Erfolg dieser einen Spielzeit, sondern eigentlich die positive sportliche Entwicklung seit Ende der 1990-er Jahre, die an diesem Tag einen Gipfelpunkt erreichte. Was an diesem Abend viel diskutiert wurde: Würde es gelingen, die Klasse zu erhalten, oder würde es wie im Falle des Vorjahresaufsteigers Wernesgrün ein Ein-Jahres-Ausflug in die Bezirksklasse bleiben? Das Halten der Klasse – neue Entwicklungen im Verein  Ralf Fischbach hatte in seinem Fazit in der „Freien Presse“ zwar die Leistung der  Mannschaft entsprechend gewürdigt, andererseits aber festgestellt, dass eine  Verstärkung für einen andauernden Erfolg in der Bezirksklasse unabdingbar sei.  Nun waren, vor allem seit dem Wegfallen des Hauptsponsors „envia“ im Jahre  2002, die finanziellen Möglich-keiten für den Verein eher beschränkt. Es ist der  Sportbegeisterung und Großzügigkeit von Gunter Reiher zu verdanken, dass er  über Sponsoring in der Nachfolgezeit eine Verstärkung der Mannschaft doch  möglich machte. Gleichzeitig trat er, und das ist nicht weniger hervorzuheben,  als Arbeitgeber für einige Vereinsmitglieder in Erscheinung und gewährleistete  somit nicht nur die sportliche Stabilisierung, sondern auch das persönliche  Fortkommen einiger Spieler. Zunächst wurde aus der Tschechischen Republik ein  junger Spieler namens Ryba eingekauft. Noch in der Kreisliga A war Tobias Frank  zur Mannschaft gestoßen, wurde bei Gunter Reiher eingestellt und ist bis heute  ein wichtiger Rückhalt für den Erfolg der Mannschaft. Rico Kurzendörfer kam  hinzu, Norbert Schwenkbier aus Theuma und Marcus Thümmler hatten ein eher  kurzes Gastspiel. Die 2. Mannschaft eröffnete den Spielbetrieb in der Kreisliga C  und konnte sich als ehemalige Reserve gut etablieren. Vor allem junge Spieler  aus dem eigenen Nachwuchs fanden dort ihre sportliche Heimat und konnten den Übergang zum Männerfußball vollziehen. Es muss heute klar gesagt werden, dass  das Halten der Bezirksklasse sich schwieriger gestaltete als der Aufstieg. Einige  Zeit lang wurden viele Spiele entweder verloren, oder sie endeten  unentschieden. Ohne Veränderung würde der Wiederabstieg in greifbare Nähe  rücken. Daran änderten auch die wenigen eingefahrenen Siege nichts, wenn  natürlich der Triumph über den Lokalrivalen Kottengrün die Niederlagen etwas in  den Hintergrund rücken und neue Hoffnung aufkommen ließ. Trotzdem wurde in  dieser Zeit vieles in Frage gestellt. Brachte der Einsatz der tschechischen Spieler  (mittlerweile Kornatovsky, Dobes und Ryba) wirklich den ersehnten Effekt? War  es richtig, einige der Bergener Stammspieler auf die Bank zu setzen, oder hätten  sie, technisch und konditionell besser ausgebildet, vielleicht eine ähnliche  Leistung abgerufen? Auch die Persönlichkeit von Peter Wolfram stand häufig im  Mittelpunkt der Kritik. Er setzte sehr viel auf konditionelle Weiterentwicklung  der Spieler und wirkte in seinem Auftreten oft sehr direkt. Als vor dem Winter  Ryba wieder gehen musste, hatte man sich im Verein für eine weitere  Verstärkung durch tschechische Spieler entschieden. Kostal sollte Ruhe und  Stetigkeit in die Abwehr bringen, Pesek wurde als Torjäger engagiert. Und das  brachte tatsächlich den Klassenerhalt. Pesek entwickelte sich zu einem in der  gesamten Staffel gefürchteten Stürmer und brachte dem Verein viele der  notwendigen Punkte. Am Ende reichte es trotzdem nur zu einem  Relegationsplatz. Das letzte Spiel gegen Schreiersgrün hätte unbedingt gewonnen werden müssen, endete aber unglücklich 2:2. Im ersten Relegationsspiel gegen  Großrückerswalde konnten wir uns mit einem 2:2 wenigstens die Chance für  einen erfolgreichen Verbleib in der Bezirksklasse erspielen. Für das zweite Spiel  gegen Niederwiesa wurde ein Bus engagiert, um für eine entsprechende  Fankulisse zu sorgen. Und die „Bergener Kurve“ war an diesem Tage  eindrucksvoll besetzt und trug mit Sicherheit zum 2:0-Erfolg und damit  „Klassenerhalt in letzter Sekunde“ bei. Die Rückfahrt im Bus bei bester Laune  und Musik von „Truck Stop“ zu einigen Flaschen Bier wird wohl in bester  Erinnerung bleiben. Die Spielzeit 2009/10 verlief schon viel stabiler. Die Mannschaft hatte sich auf  die höheren Anforderungen der Bezirksklasse recht gut eingestellt, und am Ende  war ein guter Mittelplatz zu verzeichnen. Trotzdem wurde beschlossen, die Mannschaft weiter zu verstärken, zumal sich immer mehr abzeichnete, dass Rene Kropf, eine feste Größe auf der rechten Abwehrseite, auf Dauer nicht mehr in Bergen würde spielen können. Gesucht wurden ein Sturmpartner für Vladimir Pesek und ein Spielmacher im Mittelfeld. Lubos Kornatovsky wurde herzlich vom Verein und seinen langjährigen Mannschaftskameraden verabschiedet, es erschienen Martin Bronec und Alois Sebek auf dem Plan und entwickelten sich zu Leistungsträgern. Wiederum wurde die Stabilität der Mannschaftsleistung durch zusätzliche Spieler aus der Tschechischen Republik garantiert. So sah die Aufstellung im Auftaktspiel gegen den FC Werda am 22.08. 2010 aus: Dobes, Lars Raupach, Kostal, Frank, Wunderlich (Kapitän), Bronec, Kurzendörfer, Pesek, Sebek, Watzek, Kertzscher. Auf der Bank saßen Tunger als Ersatztorwart, Bennewitz, Taubald und Geßner. Wo also waren die Leistungsträger aus der eigenen Jugend geblieben? In anderen Mannschaften waren sie zu festen Größen in der Ersten Mannschaft herangereift. In Bergen, das muss klar gesagt werden, ist das nicht gelungen, sondern Defizite in der Mannschaft wurden ausgeglichen durch den Einkauf passender Spieler. Ob eine solche Entwicklung für den Bergener Fußball auf Dauer von Vorteil ist, das muss die Zukunft zeigen. Mit Sicherheit wird aber wieder dazu übergegangen werden müssen, Spieler aus dem eigenen Nachwuchs sowohl im konditionellen, besonders aber auch im technischen und taktischen Bereich allseitig auszubilden und in unsere Mannschaften zu integrieren. Das schließt auch eine verstärkte Bemühung um sportlichen Nachwuchs durch den Verein ein. Feste Kontakte zu Grundschulen der Region müssen geknüpft werden, der Verein muss geeignete Übungsleiter aus den Reihen unserer erfahrenen Spieler gewinnen, die diese Entwicklung mit tragen wollen. Dass dies möglich ist, zeigt die sehr erfolgreiche Entwicklung im Bereich Cheerleading. Ähnliches müsste bei unserer fußballbegeisterten Jugend auch initiiert werden. Das alles soll nicht davon ablenken, dass die Saison 2010/2011 sich mit den derzeitigen Akteuren noch erfolgreicher als im Vorjahr gestaltet, dass der Verein auf einem ausgezeichneten vierten Platz „überwintern“ konnte. Die zweite Mannschaft steht dem mit einem erkämpften dritten Platz nicht nach, die Damenmannschaft konnte sich gar mit einem Platz an der Spitze der Tabelle auszeichnen. Trotzdem gibt es viele Unwägbarkeiten, auch da in der Gemeinde der Entschluss des Gemeinderates, mit Falkenstein zusammenzugehen und keine Einheitsgemeinde zu bilden, zu viel Streit und Meinungsverschiedenheiten führte, deren Auswirkung auf den Verein und seine Zukunft noch nicht genau abzuschätzen ist... Historie des  SV Turbine Bergen e.V. die offizielle Chronik
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